Geht gutes Leben nur ohne Wachstum?

Es ist eine Grundeinstellung unserer derzeitigen Lebensweise: wem es gut (oder besser. besser) gehen soll, der muss mehr haben, mehr konsumieren, mehr besitzen. Ein leben ohne Wachstum - unvorstellbar! Denn so ist es doch überall, in der Natur ohnehin, oder?

Auch wenn gut 200 Jahre Kapitalismus diese Grundüberzeugung in den Köpfen und Herzen der Menschen fest verankert zu haben scheint: das exponentielle Wachstum, das noch wesentlich schneller geht als das Bevölkerungswachstum, ist in der Geschichte der Menschheit eher die Ausnahme. Und angesichts der zunehmenden Probleme, die durch dieses Wachstum verursacht werden (Umweltzerstörung, Klimawandel, psychische Probleme usw.), kommen immer mehr Menschen zur Überzeugung, dass Wachstum nicht die Lösung, sondern eher die Ursache dieser Probleme ist. Dass gutes Leben ohne Wachstum möglich ist, ja dass dieses gute Leben erst dann möglich ist, wenn die Wachstumsideologie überwunden ist.

In der Wissenschaft lauten die Stichworte hier für: Postwachstum und Suffizienz.

Dass diese Begriffe immer öfter auch in den "Mainstream-Medien" auftauchen (nur ein Beispiel dafür: das Dossier "Post-Wachstums-Welt - Wer kann da schon "nein" sagen?" auf 3sat), spricht dafür, dass die Wachstumsideologie an Überzeugungskraft verliert. Wir versuchen, einen Überblick über diese Diskussion und ein paar Hinweise zum Weiterlesen zu geben.