Kongress "Gutes Leben für alle" in Wien

Die Kulisse auf dem Campus der Wiener Wirtschaftsuniversität war ebenso beeindruckend wie die Zahl der Teilnehmenden an diesem Kongress: Über 1000 Menschen, darunter auch sehr viele junge Leute, wollten sich informieren und diskutieren, wie Globalisierung aussehen muss, um ein gutes Leben für alle zu ermöglichen. Allein die schiere Zahl, aber auch die durchweg positive Stimmung waren ermutigend: Trotz der trüben Weltlage lassen sich die Menschen nicht davon abhalten, gemeinsam nach Wegen zu suchen, wie ein freies Zusammenleben friedlich und solidarisch organisiert werden kann.

Einen ersten Eindruck vom Kongress vermag das hier verlinkte Video zu vermitteln, in dem einige der Referierenden (u.a.: Andreas Novy von der Grünen Bildungswerkstatt, die Wiener Vize-Bürgermeisterin Maria Vassilakou und der Soziologe Hartmut Rosa) sowie ein paar Teilnehmende knapp zum Kongress-Thema Stellung beziehen.

Auch die Keynote am Eröffnungsabend von Andreas Novy kann bereits online nachgelesen werden.

Interessante Informationen enthalten auch die Kongress-Zeitung, die als PDF-Datei heruntergeladen werden kann, sowie ein Podcast-Beitrag von "Welt im Ohr".

Die umfangreiche Dokumentation der Vorträge, Podiumsdiskussionen und Workshops des Kongresses kann in aller Ruhe im Netz nachgelesen werden.

 

 

Willkommen im "guten Leben"...

... und auf unserem neuen Themenportal.

Die Petra-Kelly-Stiftung startet damit einen Versuch: Wir wollen hier ein zentrales Thema längerfristig online bearbeiten. Und wir laden dafür alle Interessierten zur Mitarbeit ein. Diese Mitarbeit kann im wesentlichen zwei Formen haben:

- Zu den bereits auf der Seite erschienenen Artikeln (und zu denen, die in den nächsten Wochen und Monaten noch veröffentlicht werden) sind ergänzende Hinweise willkommen. Das können Kommentare oder textliche Ergänzungen sein, aber auch weitere Literaturhinweise oder Links, die wir dann in die betreffenden Artikel einarbeiten.

- Wir freuen uns auch über komplett neue Artikel zum Themenkreis, den das Portal umfasst und der - wie bereits eingestellten Texte zeigen - sehr breit angelegt ist.

Wir haben uns bewusst für dieses Verfahren entschieden, das die redaktionelle Verantwortung in den Händen der Stiftung belässt. Andere Instrumente (ein WIKI etwa oder Kommentarfunktionen zu den einzelnen Artikeln) erscheinen uns dagegen zu aufwendig und sind vom notwendigen Personaleinsatz von uns nicht zu leisten. Beiträge und Hinweise einfach per E-Mail an die Redaktion dieser Website richten.

Und jetzt hoffen wir auf viele Leser*innen und freuen uns auf viele neue, bunte Beiträge!

 

 

Aktuell wie nie: Was heißt eigentlich "gutes Leben"?

Wenn die Zahl von Zeitungsartikeln zu einem Thema ein einigermaßen signifikanter Hinweis auf die Aktualität ist, dann gilt das für die Frage, was denn "gutes Leben" eigentlich sei, mit einiger Sicherheit. Die SZ, die TAZ, die ZEIT und noch einige andere haben dieses Thema aufgegriffen.

Dass eine solche Debatte in einem der reichsten Länder auf diesem Erdball entbrennt, zeigt vor allem eines: die Unsicherheit, ob der materielle Reichtum, den "wir" angehäuft haben, ein gutes Leben wirklich gewährleistet. Ob ein immer Mehr und immer Größer wirklich zu echten Verbesserungen der Lebensqualität führt. Damit haben die Wachstumskritik und die Diskussion, wie eine "Postwachstumsgesellschaft" aussehen könnte, die Ecke der angeblich weltfremden und etwas abseitigen Öko-Freaks endgültig verlassen und sind in den "Mainstream" gesellschaftlicher und politischer Kontroversen vorgedrungen.

Natürlich hat diese Mainstream-Debatte immer noch erhebliche Defizite: Sie kreist häufig noch um die Frage der Verteilung und bleibt so weiterhin dem Materiellen verhaftet (was beileibe nicht heißen soll, die Verteilungsfrage sei unwichtig!). Und sie bleibt allzu oft auf die deutsche Perspektive (oder zumindest die Perspektive der reichen Industrieländer des Nordens) beschränkt und verliert die Frage globaler Gerechtigkeit allzu schnell aus dem Auge.

Dennoch: Diese Debatte(1) weiterzuführen, sie zu intensivieren und um vernachlässigte Aspekte zu bereichern, erscheint uns so lohnend, dass wir ein eigenständiges Themenportal dafür einrichten. Dieses Portal ist "work in progress", es soll wachsen und laufend erweitert werden. Und wir laden alle Interessierten dazu ein, sich an diesem Prozess zu beteiligen: mit eigenen Beiträgen, mit Hinweisen und Vorschlägen. Zum Beispiel für unsere Rubrik "Orte guten Lebens", in der wir Projekte unterschiedlichster Art vorstellen wollen, die sich schon heute und ganz konkret der Umsetzung dessen widmen, was "gutes Leben" sein kann.

________

(1) Natürlich betreten wir damit nicht völliges "Neuland", sondern können uns auf vielerlei Vorarbeiten beziehen, wie sie z.B. im Kongress "Gutes leben für alle" (2015 in Wien) geleistet wurden.